Mittwoch, 24. September 2014

Das Geschäft mit dem Honig

Nicht die Imker und ihre Verbände dominieren das Geschäft mit dem Honig. Mächtige Interessenvertretungen der Honig-Abfüllbetriebe und Honigimporteure sowie die großen Handelsketten bestimmen Preise und Märkte.

Nur 20 Prozent der zahlreichen Honigvarianten, die im Handel erhältlich sind, stammen aus heimischer Produktion. Der meiste in Deutschland verzehrte Honig, immerhin pro Kopf anderthalb Kilogramm im Jahr, wird importiert. Damit sind die Deutschen auch amtierende Weltmeister im Honigverbrauch.

Die Honigregale der heimischen Supermärkte zeigen genau dieses Bild. Neben wenigen regionalen Erzeugern findet der Verbraucher in der Mehrzahl Importhonige aus aller Welt.
Die Qualität und die präzise Herkunft der Produkte, deren Preise oft deutlich unter den sogenannten  "Imkerhonigen" liegen, ist für den Verbraucher wenig durchsichtig.

Importeure und Handelsketten behaupten, dass sie die europäische und deutsche Honigverordnung einhalten, nach der Qualität und Reinheit des Naturprodukts Honig gewährleistet sein müssen. Doch es gibt Anlass zur Skepsis, gerade diesen Importhonigen gegenüber.

Die Stiftung Warentest hat beispielsweise von 35 untersuchten Honigen 24 Honige beanstandet, weil sie nicht den strengen Kriterien der o.g. Verordnungen entsprochen haben. Insbesondere fielen Honige bei den Warentestern durch, die fälschlich als Sortenhonige deklariert waren. Weitere Beanstandungen basierten darauf, dass man in den Proben Fremdzucker und Stärke nachgewiesen hatte, was nach den Reinheitskriterien der Honigverordnung nicht zulässig ist.

Die Zeitschrift "Ökotest" hat 2009 in der Hälfte von 18 untersuchten Honigen sogar Pollen von gentechnisch veränderten Pflanzen gefunden. In Deutschland ist der Anbau von gentechnisch veränderten Nutzpflanzen noch verboten, doch leider nicht in anderen Ländern. In den USA, Brasilien, Argentinien, Kanada, Indien, China wachsen 91 Prozent aller weltweit angebauten gentechnisch veränderten Pflanzen. Wen wundert es, wenn Importhonige, deren regionale Herkunft nicht mehr nachvollziehbar ist, Pollen von Genmais enthalten.

Aber auch deutsche Produkte blieben nicht unbeanstandet. Vor allen das Insektizid Thiacloprid wurde in Rapshonigen oder Blütenhonigen mit hohem Rapsanteil gefunden. Die Zeitschrift "Ökotest" monierte ebenfalls, dass Blütenhonige als Sortenhonige deklariert wurden.

Bei früheren Tests waren die Untersuchungsergebnisse der über die Handelsketten vertriebenen Honige noch bedenklicher. 1999 wurden in den Proben Rückstände von Bienenarzneimitteln oder von "Bee Repellents" nachgewiesen, chemischen Abwehrmitteln, mit denen der Imker die Bienen aus den Waben vertreibt, um schneller an den Honig zu kommen, . Pflanzenschutzmittel, Schadstoffe aus dem Dichtungsmaterial der Gläserdeckel sowie hohe Eisengehalte, die in den Honig gelangten, weil er zum Beispiel in ungeeigneten Metallfässern transportiert wurde, waren Belege dafür, dass die Honige im Massenverkauf alles andere als naturrein und unbelastet waren.


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