Sonntag, 26. Oktober 2014

Wundermittel Propolis



Eine Raumtemperatur von etwa 35°C und eine hohe Luftfeuchtigkeit im Bienenstock bieten optimale Bedingungen für die Ausbreitung von Krankheiten. Warum also ist ein  Bienenvolk in der Regel dennoch kerngesund und vital?

Bienen nutzen seit Millionen von Jahren pflanzliche Substanzen, die wenige spezialisierte Arbeiterinnen auf den Blättern und Knospen von Bäumen oder an harzenden Pflanzenwunden sammeln. Propolis heißt das medizinische Universalmittel und pro Jahr tragen die Bienen nur etwa 100g davon ein, um es, mit Speichelsekreten vermischt, im Bienenstock zu verbauen.

Der Name erklärt sich aus den Verteidigungsanlagen antiker griechischer Städte, die "pro polis", also "vor der Stadt" lagen.Auch die Bienen überziehen den Bereich hinter ihrem Flugloch mit einer dünnen Auflage aus diesem Pflanzenkitt. Die Hygienemaßnahmen der Bienenkolonie beginnen quasi direkt hinter der Eingangstür, wo die heimkehrenden Arbeiterinnen gezwungen sind, über eine desinfizierende "Fußmatte" zu laufen, bevor sie ihr Sammelgut den Stockbienen übergeben.

Propolis findet sich überall in der Bienenbeute, in der bessere hygienische Bedingungen als in manchem Krankenhaus herrschen. Die dünne Desinfektionsauflage überzieht wie eine Tapete die Innenseiten und die Rähmchen in einer Bienenbeute. Sogar die Zellwände der Waben werden mit Propolis verkleidet, bevor die Königin ihr Ei hineinlegt. Mit dem Bienenharz kitten die Insekten kleine Öffnungen und Ritze und überziehen damit totgestochene Mäuse und Schlangen, die in den Bienenstock eingedrungen sind, um deren Verwesung zu verhindern.

Wen wundert es da, dass bereits die alten Ägypter ihre Pharaonen unter anderem mit Propolis einbalsamiert und als Mumien konserviert haben. Sie waren die ersten, die eine systematische Bienenhaltung betrieben haben. In den Bienenstöcken gefundene Mumien von "Honigräubern", die von den Bienen mit eigener Kraft nicht aus dem Stock transportiert werden konnten, haben ihnen gezeigt, wie man Königsleichen für die Ewigkeit präpariert.

Schon in der antiken Medizin aller Kulturkreise hat man sich die desinfizierenden und heilungsfördernden Eigenschaften von Propolis zunutze gemacht, und bis heute gilt der Bienenkitt als universales Heilmittel.

Bestätigt die moderne Forschung, was alte Völker bereits vor Jahrtausenden rein empirisch erkannten?

In Propolis wurden mehr als 200 verschiedene Substanzen identifiziert. Man hat herausgefunden, dass ähnlich dem Honig Propolis antibakteriell, antimykotisch und sogar antiviral wirkt. Bakterien und Viren entwickeln keine Resistenzen gegen Propolis. Sogar tumorhemmende Substanzen wurden in Propolis nachgewiesen.

Die positiven gesundheitlichen Wirkungen der Substanz schreibt man dem besonders hohen Gehalt an Bioflavoniden zu. Darunter versteht man pflanzliche Wirkstoffe, die entzündungshemmende, antimikrobielle und antivirale Wirkungen haben. Sie wirken schmerzlindernd und stärken das Immunsystem. Manche dieser Stoffe wirken auch vorbeugend gegen Krebserkrankungen.

Und das Bienenharz lässt Haare schneller wachsen, das haben zumindest japanische Forscher bei Versuchen mit Mäusen hereausgefunden.

Doch bei der medizinischen Anwendung ist auch Vorsicht geboten: " Im Zusammenhang mit Propolis wurden sowohl bei Anwendung als Arzneimittel als auch bei äußerlicher Anwendung in kosmetischen Mitteln (kontakt)allergische Reaktionen beschrieben" heißt es in einem Dokument des Bundesinstituts für Risikoabschätzung (BfR).





Weiterführende Informationen:


Typ: PDF Alles über Propolis S. Bogdanov (1999) | Letzte Änderung: 01.02.2006 | Grösse: 151 kb | Typ: PDF
Typ: PDF Bundesinstitut: Gesundheitliche Einschätzung von Propolis und Gelée Royale (pdf-Datei 16 kByte)

Stimulatory Effect of Brazilian Propolis on Hair Growth through Proliferation of Keratinocytes in Mice
Zum Bild: „Propolis in beehives“ von user:Abalg - Eigenes Werk. Lizenziert unter Public domain über Wikimedia Common

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