Montag, 18. April 2016

That's Science, not Fiction!


Amerikaner wollen mit Robobees die Bestäubung der Nutzplanzen sicherstellen. Mit einem Budget von 10 Millionen Dollar entwickeln Harvard-Wissenschaftler seit 2013 eine Bienendrohne, die die Bestäubung der landwirtschaftlichen Nutzpflanzen sicherstellen soll. Die Roboterbiene wird gegen Pestizidduschen immun sein, so die frohe Botschaft der Harvard Forscher. Der fliegende Miniaturroboter “Robobee” wurde in den Medieninformationen der amerikanischen Eliteuniversität ausdrücklich als zukünftige Alternative zur echten Honigbiene vorgestellt.

Doch inzwischen rudert die amerikanische Eliteuni zurück, nachdem es international empörte Kommentare und ironische Statements zuhauf aus den Kreisen von Umweltaktivisten und entsetzten kritischen Bürgern gegeben hat.

Jetzt liest man auf der Projektseite im Internet: “Eine mögliche Anwendung mikrorobotischer “Insekten” könnte eines Tages die Bestäubung von Nutzpflanzen sein. Aber wir sehen die Roboterbestäubung nicht als eine kluge und brauchbare langfristige Lösung gegen das Bienensterben. Von einer solchen Möglichkeit sind wir noch 20 Jahre entfernt. Würde das trotzdem passieren, wäre das eine Zwischenlösung bis man das Problem des Bienensterbens gelöst hat.”

Das Forschungsprojekt im Namen der Biene wird dennoch fortgesetzt. Jetzt geht es um Grundlagenforschung. Für die Honigbienen? Wohl kaum! Zwei Millionen Dollar Budget im Jahr sind eine Menge Geld für ein Spielzeug mit einer Nutzanwendung, die erst in zwanzig Jahren realisiert werden kann. Für was forscht man denn dann?

Wenn man nach einer Antwort sucht, stößt man schnell auf das Stichwort MAV. Die Abkürzung steht für Micro Air Vehicles, für Drohnen also, die vor allem für geheimdienstliche und militärische Zwecke nutzbar gemacht gemacht werden sollen. “Unobtrusive, pervasive, lethal” - “Unauffällig, überall verbreitet, tödlich” werden die Roboterinsekten der Zukunft sein. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

In den Händen von Regierungen werden die Microdrohnen zu einem Überwachungsinstrument der “anderen Art”, gegen das die Telefon- und Internetüberwachung der NSA wie ein Kindergarten wirkt. "That`s science, not fiction!” Ähnliche Forschungsprojekte laufen bei der US-Luftwaffe und der NASA. Den “Microbugs” und “Nanodrones” traut man viel zu, und sie beflügeln die Fantasie der Geheimdienste und Militärs.

"Busy Bee is watching you"- Verglichen mit der Vorstellung, dass Miniaturroboter in Gestalt von Honigbienen uns auf Schritt und Tritt überwachen werden, würde ich dann schon lieber wie die Chinesen im Dokumentarfilm “More than Honey” mit einem Malerpinsel auf einer Aluleiter stehen und Apfelblüten mit Pollen betupfen. Das schafft wenigstens zahlreiche Arbeitsplätzen im Niedriglohnsektor und führt zu einer boomenden Produktion von Aluminiumleitern. Und natürlich sollte man passende Fliegenklatschen bauen.

Noch lieber hätte ich gesunde Bienen in einer intakten Umwelt, die ökologische Vielfalt sicherstellen und für einen wunderbaren und gesunden Honig sorgen.

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