Freitag, 30. September 2016

Maja-Verbot wirft Fragen auf




Nach den kritischen Journalisten und der Fethullah-Gülen-Bewegung, nach der politischen Opposition und der kemalistischen Justiz wird es jetzt auch eng für die subversivsten aller Staatsfeinde in der Türkei. Das "Geschenk Gottes", der missglückte Militärputsch im Juli hat Erdogan nun endlich in die Lage gebracht, seine wohl kraftvollsten und gefährlichsten Gegner für immer auszuschalten. Jetzt kommt der Ziegenpeter und seine ganze Herde wegen seiner Beteiligung an der Böhmermannaffäre unter die Räder der türkischen Zensur. Und nicht nur der.

Endlich hat man freie Hand, den staatszersetzenden Einfluss von Majas bester FreundIn Willi radikal zu unterbinden. Seit langem steht der ja im Verdacht, schwul zu sein. Der türkische Ministerpräsident hat bereits vor Jahren klar gemacht, dass Homosexualität der "Kultur des Islam" widersprechen würde. Und auch die freche Bienengöre Maja entspricht wohl kaum den Sozialisationsvorstellungen des RTE von einem anständigen türkischen Mädchen.

Erdogankritiker, die ihren Ministerpräsidenten hinter vorgehaltener Hand mit dem kleinen, zornigen Griesgram "Muffi-Schlumpf" verglichen haben soll jetzt der Prozess gemacht werden. Eine Klage wegen "Beleidigung eines Staatsoberhauptes" soll bereits von dem türkischen Botschafter in Schlumpfhausen eingereicht worden sein. 

Das alles kommt davon, wenn man dem Ministerpräsidenten offenbar jeden Morgen pontischen Honig zum Frühstück vorsetzt. Der kommt von der türkischen Schwarzmeerküste und enthält Halluzinogene, weil AKP-nahe türkische Bienen zuviel Nektar von einem dort wachsenden Rhododendron eintragen. Mein dringender Appell an die Türken: Gebt eurem ErdoWahn um Allahs Willen keinen Honig mehr!

zum Artikel in Spiegel-Online

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